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spanischer Windhunde

Autor: Hubert Kahl (dpa) / Ausgabe: 2000-03

Viele Tierfreunde schätzen Windhunde als treue Gefährten und würden die Tiere niemals gegen einen Hund einer anderen Rasse eintauschen. In Spanien dagegen sind Windhunde die am stärksten verachtete Hunderasse. Manchen Besitzern sind diese Tiere aber nicht einmal eine Gewehrkugel oder eine Giftspritze für einen schmerzlosen Tod wert. Sie hängen ihre Windhunde in einem abgelegenen Wald einfach mit einem alten Strick an einem Baum auf und lassen sie dort elend zu Grunde gehen.

Nicht mehr gebraucht
Vor allem jetzt nach dem Ende der Jagdsaison häufen sich solche Fälle wieder. Einige Halter knüpfen die Hunde mit einer Schlinge um den Hals so an einen Ast fest, dass die Hinterläufe noch den Boden berühren. Die Tiere sterben erst nach qualvollen Stunden oder Tagen. Bisweilen werden die Hunde später vergraben, oft bleiben sie aber auch so lange hängen, bis das Seil nach vielen Monaten verfault ist und der verweste Kadaver auf die Erde fällt.

EU untersucht Vorfälle
Tierschützer in weiten Teilen Europas protestieren seit Jahren vergebens gegen diesen grausamen Brauch, den es bereits zu Zeiten des Don Quijote im 17. Jahrhundert gegeben hat. Vor zwei Jahren leitete die Europäische Union Untersuchungen ein. Die spanischen Behörden betonen, solche Fälle kämen heute nur noch vereinzelt vor. Aber die Berichte in den Medien zeigen ein anderes Bild. Ein Reporter der Zeitung „El Pais“ sah in einem Wald bei Arevalo nordwestlich von Madrid jetzt mehrere Windhund-Kadaver an Bäumen hängen. Manche hingen dort seit April vorigen Jahres. Die Geringschätzung dieser Tiere ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass der spanische Galgo (Windhund) ein naher Verwandter so geschätzter Rassen wie des Afghanen, des Barsoi oder des Saluki ist.

Keine feine Jagdgesellschaft
Windhunde werden in Spanien hauptsächlich zur Jagd und zuweilen für Hunderennen verwendet. Bei Jagdwettbewerben wird genau darauf geachtet, dass die Tiere exakt der Spur des Hasen folgen. Aber die Hunde lernen, der Beute den Weg abzuschneiden und werden damit rasch für den Wettkampf unbrauchbar. Außerhalb der Saison werden sie in Zwinger eingepfercht und zerfleischen sich manchmal gegenseitig. Das Verhängnis der spanischen Galgos ist wahrscheinlich ihre große Zahl. „In Spanien gibt es über eine Million dieser Tiere“, sagt der Hunde-Experte Juan Martinez. „Es kostet so gut wie nichts, sich einen Windhund zu beschaffen.“ Wer sich eines Tieres entledigen will, greift zuweilen lieber zu einem alten Strick, als 4.000 Pesetas (24,0 Euro/331 S) für eine tödliche Spritze auszugeben.

Es geht nur ums Geld
Aber weshalb bringen manche Halter ihre Windhunde auf besonders qualvolle Weise um? „El Mundo“ erklärt dies so: „Bei Hunderennen und Jagdprüfungen geht es um viel Geld. In dieser Welt sind oft zwielichtige Gestalten am Werk. Hundehalter, welche die Schmach einer Niederlage nicht hinnehmen können, lassen ihre Wut an den Tieren aus.“ Dabei mag es auch eine Rolle spielen, dass die Idee des Tierschutzes in Spanien, dem Land des Stierkampfes, wenig verankert ist. Das Brauchtum, auf Dorffesten Stiere, Ziegen oder Hühner zu peinigen, lebt in einzelnen Orten bis heute fort.

 

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